Brasilien - damit verbindet man die Unendlichkeit des Amazonas-Urwaldes,
herrliche Strände, Rio de Janeiro, den Karneval und Samba. Dies trifft alles
zu, aber in Wirklichkeit ist Brasilien noch viel mehr, ein riesiges Land der
Superlative. Mit einer Gesamtfläche von 8,5 Mill. qkm ist Brasilien das fünft-
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größte Land der Erde, nimmt damit fast die Hälfte des südamerikanischen
Kontinents ein. Das Land ist in 24 Bundesstaaten unterteilt, 150 Mio.
Menschen wohnen dort - 75 % davon in großen Städten. Das Klima reicht
vom immer warmen tropischen Norden über alle subtropischen Varianten bis
zum gemäßigten Süden. Seit dem 16. Jahrhundert - als die Portugiesen anfingen,
das Land zu besiedeln - hat Brasilien immer einen magischen Reiz auf Fremde
ausgeübt: |
Lockte zuerst das Gold, später der Kautschuk und der Kaffee, so sind es heute
vor allem die feurigen Rhythmen und das liebenswert Exotische, das die Besucher
in seinen Bann zieht. Die Hauptstadt Brasiliens ist Brasilia. Die Währung Brasiliens
ist der Real. Mit einem Anteil von 85 % der Gesamtbevölkerung gilt Brasilien
als größtes katholisches Land der Welt. Der Regenwald als größter Sauerstoffproduzent
der Welt wird gespeist durch das Fluss-System des Amazonas (auf brasilianischem
Gebiet 3.400 km lang) mit seinen insgesamt 1.100 Nebenflüssen, von denen 17
über 1.400 km lang sind.
Die Regenwälder Amazoniens sind die Klimaanlagen und Genbanken der Erde. In
jedem Hektar Regenwald können bis zu 600 verschiedene Baumsorten wachsen. Bis
1960 war der Regenwald fast unberührt; 1984 fehlten schon 6 %, jedes Jahr werden
weitere 3 % vernichtet. Die deutschen Kolonisten - darunter viele aus dem Gebiet
des heutigen Rhein-Hunsrück-Kreises - und ihre Nachkommen haben einen bedeutenden
Anteil an der Entwicklung Brasiliens. Besonders im Süden, im heutigen Staat
Rio Grande do Sul, aber auch in den anderen Staaten Brasiliens, trug ihr Fleiß
und ihr Können entscheidend mit zum heutigen Stand der Landwirtschaft, der Industrie
und des Handels bei. Eine harte entbehrungsreiche Zeit liegt hinter den deutschstämmigen
Brasilianern, die ihr Land lieben, aber auch die Heimat ihrer Väter nicht vergessen
haben.
Rio Grande do Sul ist einer der wichtigsten Staaten Brasiliens und grenzt
auf einer Strecke von rd. 1.700 km an Uruguay und Argentinien. Das Klima ist
gemäßigt, etwa den Mittelmeerländern vergleichbar. Die Hauptstadt Porto Alegre,
welche an den Mündungen von 5 Flüssen in einer weiten Lagune landschaftlich
schön gelegen ist, hat mehr als eine Million Einwohner. Die deutschen Kolonisten
im Staate Rio Grande do Sul wurden erstmals im November 1824 in Sao Leopoldo
in Kirchenbüchern registriert. Die Kirchen-bücher geben Aufschluss über Herkunft
und Beruf der Einwanderer.
Von den 3.393 nachgewiesenen Einwanderern in Sao Leopoldo konnte die Herkunft
von 3.245 Personen ermittelt werden; sie stammen aus 1.090 Orten. Aus Rheinland-Pfalz
kamen 1.639 Einwanderer aus 352 Orten. Darunter viele Hunsrücker Ortschaften
wie Simmern, Kirchberg, Argenthal, Ellern, Mörschbach, Zilshausen, Buch, Tiefenbach
und Rheinböllen.